
“… da mit unverzagten siten / ein wurm unde ein lewe striten. / der wurm was starc unde groz / daz viur im uz dem munde schoz …” (Hartmann von Aue)
Der “gute Löwe” von der Nordflanke des Ostchors ringt das Böse in Gestalt einer Schlange oder eines Lindwurms nieder. Das Zitat entstammt einem mittelalterlichen Vers-Epos des Hartmann von Aue. Iwein ist ein Ritter der Tafelrunde von König Artus. Er steht einem Löwen bei, der im Kampf gegen einen Lindwurm zu unterliegen droht. Aus Dankbarkeit weicht das Tier nicht mehr von seiner Seite - Iwein wird zum” Löwenritter”. Mittelalterlich ist der steinerne Löwe freilich nicht - aufgestellt wurde er erst 1878.

“Aber nicht wollt ihr erschrecken, wenn es blitzt im Herzensgrund, wenn die Sklaven, kettenwund, doch den Gott in sich entdecken. Hört, es kann die Stunde kommen, wo das Lamm ein Löwe heißt, wo es brüllend euch zerreißt …” (Nikolaus Lenau)
Als Symboltier verkörpert der Löwe sowohl das Gute als auch das Böse. Diese Doppeldeutigkeit wird durch das Begleitattribut aufgelöst: Als Raubtier, das ein Lamm reisst, steht der Löwe auf der Südflanke des Ostchor des Doms für üble Mächte und böse Gefahren.

“Das Eiserne Kreuz ihre einzige Zier; alles zerschossen; ihr ganzes Prahlen nur ein Wettstreit in den Zahlen, in den Zahlen derer, die nicht hier.” (Theodor Fontane)
Die Spitze der Nagelsäule auf dem Liebfrauenplatz im Eisernen Kreuz zeigt die Jahreszahl 1813. Vielleicht sollte bei der Errichtung der Denksäule ein patriotischer Bezug zu der Völkerschlacht bei Leipzig hergerstellt werden. Diese zog sich zwischen dem 16. und 19. Oktober 1813 hin. Unter dem Datum des 25. Oktober 1813 verzeichnet das von Hans Baumann zusammengestellte “Mainzer Daten-Kaleidoskop”: “Hunderte verwundeter Soldaten (gemeint dürften Franzosen sein, Gucki) kommen mit Schiffen den Main herab und zeigen den Rückzug der bei Leipzig geschlagenen Armee an.”