Gucki

Dienstag, 31. Mai

Zoll- und Binnenhafen

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Zoll- und Binnenhafen

    “… durch die Fensterhöhlen sah man in leere Räume, und die Schornsteine ragten hoch aus dem Getrümmer empor. Es waren keine lebenden Geschöpfe zugegen.” (Adalbert Stifter, 1855)

Montag, 30. Mai

Labor- und Arzneigläser, “Glaswelten”-Ausstellung, Ludwigsstraße

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Labor- und Arzneigläser, “Glaswelten”-Ausstellung, Ludwigsstraße

    “Um ein Fläschchen zu besitzen, das den Ruch auf ewig hält, schlank wie deine Fingerspitzen, da bedarf es einer Welt …” (Goethe, 1819)

Sonntag, 29. Mai

Mitgehört auf der Malakoff-Terrasse: “Ich kann laufen…!”

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Malakoff-Terrasse

    Malakoff-Terrasse

“Ich kann laufen…!” So die borstigen Widerworte des Joggers, nachdem ihn der ältere Herr rhythmisch klatschend und “Aans! Zwaa! Aans! Zwaa! Aans! Zwaa!” skandierend zu bipedischer Mehrleistung angespornt hatte.

    Das sollte wohl aber mitnichten als rheinhessische Variante im “clash of generations” verstanden werden. Gerade seinem Ausflugsbus entstiegen, hatte sich der rüstige Rentner offenbar an seine Zeit als Klassenkasper erinnert. Ein Witz, den man nicht macht, ist für Possenreisser - alt wie jung - wie ein Wind, den man nicht lässt - eine vertane Chance, ein vergebener Elfmeter und vielleicht gar gesundheitsschädlich.

      Gerade kundige Benutzer des ÖPNV wissen aus eigener Anschauung, dass sich Seniorentrupps, an Sonntagnachmittagen in Nahverkehrszügen von Ausflügen zurückkehrend, ausgesprochen gerne zur Bespäßung des gesamten Abteils bemüßigt fühlen. Gruppendynamik und Oppenheimer Krötenbrunnen tun dann ein übriges …

        Zur Ehrenrettung der jüngeren Generation sei hinzugefügt, dass sich die - ebenfalls im Trainingsdress und Laufschritt befindliche - Lebensabschnittsgefährtin nicht wenig schämte ob der herausgekeuchten Replik und ihn mit einem Knuff ganz offensichtlich dazu anhielt, sein Mundwerk hinkünftig in der Öffentlichkeit ein wenig zu disziplinieren. Reaktionen der Senioren ließen sich nicht mehr beobachten.

        Samstag, 28. Mai

        Laubenheimer Grund

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        Laubenheimer Grund

          “Das Wässerchen war nur so schmal und klein, daß es jedes Kind mit einem Schritte überschreiten konnte…” (Ludwig Tieck, 1840)

        Wie ein müdes Rinnsal gluckert der Rhein in den kleinen Seitenarm, den die trockengefallene Untiefe entstehen ließ. So stark ist der Rheinpegel in den letzten Wochen gefallen, dass der Laubenheimer Grund, eine mehrere hundert Meter lange Sandbank bei Stromkilometer 492 fast schon trockenen Fußes erreicht werden kann.

        Freitag, 27. Mai

        Lingenfelder Aue

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        Schafherde, Lingenfelder Aue

          “Da ist mir doch Deutschland ein ander Ländchen, Madam: da sitzen sie so still und ruhig beysammen, wie die Lämmchen; wenn sie einander gleich nicht gut sind, so lassen sies doch wenigstens dabey bewenden, daß sie einander nicht lieb haben.” (Johann Karl Wezel, 1776)

        Donnerstag, 26. Mai

        Sandhaufen im Zoll- und Binnenhafen

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        Sandhaufen im Zoll- und Binnenhafen

          “… und das Leben, das Leben rinnt ihnen durch die Finger wie Sand und wächst wie ein Sandberg vor ihnen auf, immer höher und höher, bis sie schließlich dahinter verloren gehen.” (Rilke, 1902)

        Mittwoch, 25. Mai

        Lingenfelder Aue

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        Lingenfelder Aue

          “… geduldige Stille odmen die Föhren, die schwarzen Lämmer am Abgrund …” (Georg Trakl, 1914)

        Dienstag, 24. Mai

        “La prison : une caserne un peu stricte, une école sans indulgence …”

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        Relief vom Tor des ehemaligen Zuchthauses, Weintorstraße

          Relief vom Tor des ehemaligen Zuchthauses, Weintorstraße, Die Zugtiere des Gefangenenfuhrwerks - Schweine, Löwen und Hirsche - sind Allegorien menschlicher Laster.

        “… un sombre atelier, mais, à la limite, rien de qualitativement différent.” (Michel Foucault, 1977)

        Montag, 23. Mai

        Graffito, Zanggasse

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        Zanggasse

          “Gib mich die Kirche!” (Lothar Emmerich)

        Sonntag, 22. Mai

        Mauervorsprung im Kloster Rosenthal

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        Kloster Rosenthal

          “… und ich bin mit allerlei künstlichen Spinnweben umflochten worden, die ich im Anfang leicht hätte zerreißen können, aber ich sah mit künstlerischer Lust den Geweben zu und habe aus kindischer Tollkühnheit mir selbst Stricke daraus geflochten.” (Clemens Brentano an Bettina von Arnim, von ihr redigiert - 1844)
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