Zoll- und Binnenhafen
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“… durch die Fensterhöhlen sah man in leere Räume, und die Schornsteine ragten hoch aus dem Getrümmer empor. Es waren keine lebenden Geschöpfe zugegen.” (Adalbert Stifter, 1855)
“Ich kann laufen…!” So die borstigen Widerworte des Joggers, nachdem ihn der ältere Herr rhythmisch klatschend und “Aans! Zwaa! Aans! Zwaa! Aans! Zwaa!” skandierend zu bipedischer Mehrleistung angespornt hatte.
Das sollte wohl aber mitnichten als rheinhessische Variante im “clash of generations” verstanden werden. Gerade seinem Ausflugsbus entstiegen, hatte sich der rüstige Rentner offenbar an seine Zeit als Klassenkasper erinnert. Ein Witz, den man nicht macht, ist für Possenreisser - alt wie jung - wie ein Wind, den man nicht lässt - eine vertane Chance, ein vergebener Elfmeter und vielleicht gar gesundheitsschädlich.
Gerade kundige Benutzer des ÖPNV wissen aus eigener Anschauung, dass sich Seniorentrupps, an Sonntagnachmittagen in Nahverkehrszügen von Ausflügen zurückkehrend, ausgesprochen gerne zur Bespäßung des gesamten Abteils bemüßigt fühlen. Gruppendynamik und Oppenheimer Krötenbrunnen tun dann ein übriges …
Zur Ehrenrettung der jüngeren Generation sei hinzugefügt, dass sich die - ebenfalls im Trainingsdress und Laufschritt befindliche - Lebensabschnittsgefährtin nicht wenig schämte ob der herausgekeuchten Replik und ihn mit einem Knuff ganz offensichtlich dazu anhielt, sein Mundwerk hinkünftig in der Öffentlichkeit ein wenig zu disziplinieren. Reaktionen der Senioren ließen sich nicht mehr beobachten.
Wie ein müdes Rinnsal gluckert der Rhein in den kleinen Seitenarm, den die trockengefallene Untiefe entstehen ließ. So stark ist der Rheinpegel in den letzten Wochen gefallen, dass der Laubenheimer Grund, eine mehrere hundert Meter lange Sandbank bei Stromkilometer 492 fast schon trockenen Fußes erreicht werden kann.
“… un sombre atelier, mais, à la limite, rien de qualitativement différent.” (Michel Foucault, 1977)
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