Skulptur “Antimensch”, Zbigniew Fraczkiewicz, Platz unter der Rathausbrücke
“… Geisterstunde sind mir jene vierschrötigen, rotbäckigen Gespenster, die schwitzend im grellen Sonnenlicht umherwandeln. Dabei der totale Mangel an Höflichkeit. Mit ihren eckigen Gliedmaßen, mit ihren steifen Ellenbogen stoßen sie überall an, und ohne sich zu entschuldigen durch ein artiges Wort.” (Heinrich Heine, über Engländer)

“… steckte das Gesicht in seine Hände und begann, leise vor sich hin zu weinen.” (Georg Heym)
Regentonne, Lessingstraße
“… in diesem Augenblicke war, daß er sich selber haßte über die unbegreiflichste innere Kälte, die in solchen Fällen peinlicher zu sein pflegt, als das lebhafteste Gefühl unseres Elends.” (Mörike)
“… aber muß man dazu selber ein Tanzbär sein?” (Nietzsche)
Kulturzentrum, Schornstein der ehemaligen Garnisonswaschanstalt
“… eingepackt in Rauch, der in der Luft verkriecht wie Ungeziefer. – Ein Vogel macht sich aus dem Lichtschein los, wächst rot zum Himmel, wächst – wird weltengroß, durchzuckt die Nacht in grausiger Gebärde – und blutet schwere, rote Angst zur Erde.” (Erich Mühsam)

Bienenwachskerzen zum Selbstziehen, Markt
“… for I did but seal once to a thing, and I was never mine own man since.” (Shakespeare)
Objekt “Ablage”, Ulrich Schreiber, Haus Burgund, Flachsmarktstraße”
“… unter der Last wohlgeordneter Aktenbündel, deren Erkennungszettel übereinander und nebeneinander lange Reihen bildeten und schnurrig beschriebenen Grabsteinen glichen.” (Ringelnatz)
Frankfurt-Bornheim, Tiefgarage Saalbau
“… die Deutschen verlangen auch wohltuende Spatia zwischen den Gedanken und nehmen dazu Worte und Perioden.” (Jean Paul)
Gemeinhin steht der Bibliothekar an seinem Arbeitsplatz allen Formen der Nahrungsaufnahme eher mit gewisser Voreingenommenheit gegenüber. Die Beschäftigung mit Speis und Trank in seiner Bibliothek gilt ihm als mittleres Sakrileg und wird natürlich (und zu Recht!!!) ebenso drakonisch geahndet wie eine Unterhaltung, deren Lautstärke sich über den Schallpegel konspirativen Flüsterns zu erheben wagt.
Deshalb wundert sich der Betrachter schon über den Hinweis auf eine “Restaurant Bibliothek”, wie er in einer Frankfurter Tiefgarage zu sehen ist. Sollte ausgerechnet im kulinarisch eher rustikalen Hessen Essensgeruch mit dem unnachahmlich verstaubten Arom von Büchern harmonieren, fragt er sich, bis er realisiert, dass diesmal kein Deppenleerzeichen (spatium asini) vorliegt und damit eigentlich “Restaurant-Bibliothek” oder “Restaurantbibliothek” gemeint war. Vielmehr fehlte nur der Beistrich. Schweinekrustenbraten-Liebhaber und Bibliophile können auch im Frankfurter Vorort ihren Passionen frönen, ohne sich über den Weg zu laufen.